Evidenz

Evidenz (von lateinisch evidentia = Augenscheinlichkeit) bezeichnet im wissenschaftlichen Kontext die Gesamtheit der Belege, die für oder gegen eine Aussage, Theorie oder Intervention sprechen. Evidenzbasierte Praxis bedeutet, Entscheidungen auf Grundlage der besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse zu treffen.

Die Qualität von Evidenz wird nach einer Hierarchie bewertet. An der Spitze stehen systematische Reviews und Meta-Analysen randomisierter kontrollierter Studien. Darunter folgen einzelne RCTs, Kohortenstudien, Fallstudien und Expertenmeinungen. Je höher die Evidenzqualität, desto verlässlicher die Aussagen.

Im Bereich mentaler Gesundheit gibt es für viele Interventionen gute Evidenz: Kognitive Verhaltenstherapie, Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR), verschiedene Resilienzprogramme und bestimmte betriebliche Präventionsprogramme haben in Studien nachweisbare Effekte gezeigt.

Für BGM-Verantwortliche ist Evidenz ein wichtiges Auswahlkriterium. Programme mit wissenschaftlicher Fundierung sind vorzuziehen gegenüber solchen, die nur auf Erfahrungsberichten oder Marketingversprechen basieren. Gleichzeitig gilt: Fehlende Evidenz bedeutet nicht Unwirksamkeit – nur, dass die Wirksamkeit (noch) nicht belegt ist.